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5 Fragen an … Ann-Kathrin Karschnick

Man kennt sie unter vielen Pseudonymen: Violet Thomas, Clara Simon, Robin G. Hunter (zu 1/3), Kuddel und natürlich Ann-Kathrin Karschnick. Neben"Fun"tasy Romanen schreibt sie Liebesgeschichten, Paranormal-Fantasy und Kinderbücher und hat sowohl in Verlagen, als auch im Self-Publishing veröffentlicht. Seit dem 01.01.2022 ist Ann-Kathrin "die Autorin in dem grünen Kleid" Vollzeitautorin.

In der Folge 80 haben Johanna und Eve sie nach Tipps und Ratschlägen gefragt, um der Frage nachzugehen: Was genau braucht ein Autor oder eine Autorin eigentlich, um sich selbstständig zu machen?


Wir haben ihr vorab 5 Fragen gestellt.


Juliane Schmelzer ist auf einen Pseudoverlag /Druckkostenzuschusverlag (DKZ) reingefallen, sie warnt andere, damit kein Autor und keine Autorin unnötig Geld verlieren müssen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?


Ann-Kathrin: Daran ist meine Mutter schuld. Ich war schon immer ein sehr kreativer Mensch, habe viel gelesen und mir viel aus der Bibliothek ausgeliehen. Irgendwann einmal hat meine Mutter mir eine Schreibmaschine hingestellt und mir gesagt: Tipp mal meine ganzen Rezepte ab. Ich hatte zu der Zeit eine Woche Hausarrest und hatte keine Wahl, als es zu tun. Ich habe halt die Sachen abgetippt und war nach zwei Tagen fertig. Dann saß ich da aber noch drei Tage – ich durfte ja nicht in die Bibliothek, durfte mir nichts Neues ausleihen. Also habe ich angefangen, einen Tagebuchroman zu schreiben. Ich bin sehr, sehr dankbar, dass es den mittlerweile nicht mehr gibt. Das war quasi der Anfang vom Ende. Ich habe zwar zwischendurch eine kleine Pause gemacht, während ich meine Ausbildung zur Bankkauffrau gemacht habe. Aber tatsächlich habe ich dann mit 18/19 wieder angefangen, zu schreiben und seitdem nicht mehr aufgehört.


Hast du dich als Autorenmarke bewusst konstruiert oder kam das alles so, wie es kam?


Ann-Kathrin: Ich sage immer gerne, es ist historisch gewachsen. Das einzige, was ich geplant habe, dass ich wirklich in der Phantastik bleiben möchte. Das ist mein Herz, da hängt mein Herz dran und ich möchte die Phantastik einfach nicht missen. Alles andere ist mehr oder minder zufällig entstanden. Das grüne Kleid war auch mehr ein Zufall als alles andere.


Wie groß ist denn so dein Output? Wie viele Bücher schreibst du im Jahr?


Ann-Kathrin: Sagen wir mal so, ich habe letztes Jahr glaube ich sieben oder acht Romane oder Teilromane geschrieben. Man muss aber dazusagen: Die waren alle vorbereitet. Ich habe sie kaum noch geplottet, das Plotten habe ich schon vorher erledigt.


Selbst wenn ein Roman geplottet ist – wie sieht es denn aus mit der Überarbeitung? Das dauert doch sehr lange.


Ann-Kathrin: Ja. Für mich ist Überarbeiten der zweite Vorhof der Hölle. Ich hasse es abgrundtief. Ich mache das meistens so, dass ich das ganze zweimal gegenlese. Man muss dazusagen: Ich bin jetzt mittlerweile seit siebzehn Jahren Autorin und ich habe eine gewisse Qualität, die schon bei der Rohfassung rauskommt. Das heißt, ich plane sehr detailliert vor. Ich wurde mal als Hardcore-Plotterin bezeichnet und ich kann bestätigen, dass das der Fall ist, weil ich wirklich jedes kleine Ding im Vorwege plane. Das heißt, ich muss nur noch schreiben und wenn ich dann schreibe, habe ich den kompletten Fokus auf den Formulierungen, sodass die Rohfassungen ganz gut sind. Danach gehe ich sprachlich nochmal drüber, ich gehe nochmal drüber und schaue nach Rechtschreibfehlern und Logikfehlern. Wenn es die Zeit zulässt, habe ich noch einen oder zwei BetaleserInnen. Und im Lektorat kommt natürlich auch immer noch was zurück. Aber grundsätzlich hasse ich Überarbeitungen.


Wenn du so akribisch vorplottest, kommen dann nicht beim Schreiben neue Ideen und gibst du denen dann nach?


Ann-Kathrin: Jein. Es kommt immer drauf an. Ich plotte schon sehr akribisch und teile das ganze dann mit meinen Twitch Zuschauern, die dann nochmal zusätzliche Ideen dazu schmeißen. Oder ich habe meine Kollegen, mit denen ich mich auf Discord austausche. Ich bin selten jemand, der diesen Punkten nachgibt, weil ich mir dann immer sage: Das bedeutet viel Überarbeitung. Näh! Das ist für mich der zweite Vorhof der Hölle. Deswegen gebe ich dem meistens nicht nach, sondern gucke, ob ich diese Idee, wenn sie halt okay ist, aber nicht überragend, anderweitig in einem anderen Projekt unterbringe, das ich noch nicht geschrieben habe.


Mehr über Ann-Kathrin und was sie für Erfahrungen mit ihrer Selbstständigkeit gemacht hat, hörst du in Folge 80. Überall, wo es Podcasts gibt und auf YouTube.

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