5 Fragen an … Tamara Leonhard

Die erste Vorsitzende des Selfpublisher Verbands, Autorin, Lektorin und Podcasterin Tamara Leonhard gibt in Folge 55 einen Einblick in die Entwicklungen des Verbands und erzählt, für wen sich Selfpublishing lohnt.

1. Was schreibst Du so für Bücher?


Tamara: Ich schreibe bisher vorwiegend Romance-Bücher immer mit so einem musikalischen Thema. Im Moment liebäugle ich mit anderen Genres, aber mal sehen, was kommt.


Welche Genres sind das so?


Tamara: Ich habe mich ein bisschen in das Thema Dystopie verliebt. Aber mal schauen, im Moment bin ich damit beschäftigt, meinen Debütroman neu zu veröffentlichen.


2. Wie war für dich der Weg zum ersten Buch?


Tamara: Erst einmal ganz klassisch: Ich habe schon immer geschrieben. Hört ihr wahrscheinlich öfter. Ich habe tatsächlich als Teenager Kurzgeschichten und Sachen für die Schublade geschrieben und wollte immer ein Buch veröffentlichen. Aber in Richtung Fantasy, weil es auch das war, was ich gelesen hab. Es ist aber irgendwie nichts dabei rausgekommen. Und ich habe mal in einem Interview – ich meine von Sebastian Fitzek – gelesen: Der Zauberstab sucht sich den Zauberer, so sucht sich auch das Genre den Autor. Es war der Moment, als ich über eine Fan-Fiction-Seite eine Romance Geschichte geschrieben und gemerkt habe, das packt mich. Das kann ich bis zum Ende durchziehen. Weil es da weniger um das Miteinander verschiedener Völker geht, sondern um ganz essentielle, tiefe Emotionen. Und als ich dann das Genre für mich gefunden habe, hat das auch geklappt mit dem Schreiben.


Vorher hat mich auch der Gedanke abgehalten: Man hat ja eh keine Chance. Selbst eine J.K. Rowling findet erst keinen Verlag. Die Arbeit kannst du dir also sparen. Es war sehr befreiend für mich, dass es auch Selfpublishing gibt. Ich habe mich während des Schreibens drei Mal am Tag umentschieden: Bewerbe ich mich beim Verlag oder mache ich es selbst. Letztendlich habe ich mich bewusst dafür entschieden, es selbst zu machen.

Ich bin auch ein kleiner Kontrollfreak.

Ich glaube, dass es eine Typsache ist. Für Leute für mich, die schon die Krise kriegen, wenn ein kleines Detail am Cover nicht stimmt, ist Selfpublishing der ideale Weg. Weil man da – natürlich immer mit professionellen Dienstleister:innen an der Hand – alles so machen kann, wie man es sich vorstellt.



3. Jetzt haben wir bei dir einen Präzedenzfall, dass du bei deinem Debüt alles allein gemacht hast und es jetzt noch einmal neu veröffentlichen willst. Was willst du anders machen?


Tamara: Erstmal gibt es ein neues Cover. Sonst habe ich den Anfang umgeschrieben und ich gehe natürlich nach einmal über alles drüber. Hier und da würde ich es heute ja anders formulieren. Man hat ja dazu gelernt. Ich habe das 2017 geschrieben und 2018 veröffentlicht. Ich habe drei Monate an der ersten Fassung geschrieben, ein halbes Jahr überarbeitet und noch mal ein viertel Jahr die sonstigen Vorbereitungen gemacht. Gerade in der Schreibzeit habe ich unheimlich viele Videos geguckt, Bücher gelesen, Podcasts gehört.

Ich wollte mit meinem Gesicht nicht in die Öffentlichkeit gehen und Mist veröffentlichen.

Aus heutiger Sicht könnte noch alles ein bisschen optimaler sein. Aber es wäre auch schlimm, wenn mein Schreiben von vor 5 Jahren genau auf dem Stand von heute wäre. Dann hätte ich mich gar nicht weiterentwickelt.

"Selfpublisher sind nicht die, die keinen Verlag finden. Es sind die, die sich bewusst dafür entscheiden."

4. Wann hast du entschieden Lektorin zu werden?


Tamara: Das kam so ein bisschen drumherum. Ich habe Germanistik studiert und war in einem früheren Job im Marketing angestellt. Da hat der CEO des Unternehmens ein Buch geschrieben, dass ich mit bearbeiten sollte.

Dann hat es sich weiterentwickelt und ich habe gemerkt, ich möchte das intensiver machen. Nach dem dritten Buch habe ich den Sprung gewagt. Da habe ich mit einigen Leuten gesprochen, ob es nicht eigentlich schon zu viele Lektorinnen gibt. Da hat jemand gesagt: "Es gibt viele, aber nicht so viele Gute, also probier es!" Und das hat mich sehr ermutigt.


5. Dich kennt man auch aus dem Podcast "Die zwei von der Talkstelle", wann ging das denn los?


Tamara: Das ging Ende 2019 los, das war eine Umbruchszeit bei mir. Da ging das Unternehmen, bei dem ich gearbeitet hatte, in Insolvenz. Es war also der richtige Zeitpunkt für die Selbstständigkeit. In dem Jahr habe ich auch Podcasts für mich entdeckt und fand das total spannend. Einfach dieses erzählen können. Rampensau (lacht).

Ich hatte vorher schon auf meiner Facebook-Seite Autoren-Interviews geführt. War auch so eine Marketing-Idee. Dort habe ich auch Vera Nentwich interviewt, die zu dem Zeitpunkt die Vorsitzende des Selfpublisher Verbands war. Mit ihr habe ich viel sehr gemeinsam. Weil sie nicht nur schreibt, sondern auch Theater spielt und singt und in ganz vielen Bereichen kreativ ist. Und weil ich eben auch nicht nur das Schreiben habe, sondern mich in vielen Bereichen kreativ ausdrücke, da dachte ich, das wird gut passen. Und weil sie zu dem Zeitpunkt den Vorsitz aufgegeben hatte, hatte sie auch Zeit dafür.


Wie Tamara alles unter einen Hut bringt und was schon mehr als 1000 Mitglieder in den Selfpublisher Verband gelockt hat, erfahrt ihr in Folge 55 des Zeilenschlinger-Podcasts.





















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