Das Dschungelbuch in Friedhofs-Atmopshäre

"Das Graveyard Buch" von Neil Gaiman ist ein Konzeptbuch, das polarisiert.

Buch Cover Neil Gaiman – "Das Graveyard Buch"

Nobody Owens: Großgezogen von Geistern und Untoten

Es geht um den Jungen Nobody Owens - mit diesem Namen wurde er nicht geboren. Nach der Ermordung seiner gesamten Familie, rettet er sich auf einen alten Friedhof. Und wird dort zum Ehrenbürger und er wird zu Nobody - kurz Bod. Seine Adoptiveltern sind Geister, sein Vormund ist ein Untoter und eine seiner Lehrerinnen ist ein Werwolf. Von all den Einwohnern des Friedhofs lernt er besondere Fähigkeiten und nützliche Tricks, die ihm hilft, sich gegen den Mörder seiner Familie entgegenzustellen.

Die Hintergründe zum Buch: Statt Dschungel-Kind Friedhofs-Geschichten

Die Idee zu der Geschichte hatte Gaiman als er mit seinem Sohn auf einem alten Friedhof war. Er hat das Dschungelbuch (1894, Rudyard Kipling) in einer anderen Umgebung neu interpretiert. Also ein Findelkind wächst in einem völlig anderen Umfeld auf und lernt dort Fähigkeiten, von denen andere Menschen nicht einmal träumen können.

So ist das Graveyard Buch eigentlich ein Konzeptbuch, dass sich nicht nur von der Handlung, sondern auch vom Aufbau und vom Titel am Dschungelbuch orientiert

Denn die Geschichte entspricht keinem typischen, modernen Roman. Es ist eher eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten. Es sind kleine Episoden aus dem Leben von Bod. Sie begleiten ihn etwa alle zwei Jahre bis dieser 17 Jahre alt ist und der eigentliche Rahmen der Geschichte geschlossen wird.


Was können angehende Autoren daraus lernen?

Neil Gaiman schafft es mit seinem Stil und dem Thema eine schaurig-schöne Atmosphäre zu erschaffen. Auch das Trope der sich selbst erfüllenden Prophezeiung ist nicht zu unterschätzen und bietet noch immer ein Füllhorn an Inspiration für angehende Autoren.

Es fiel mir schwer aus diesem Buch etwas herauszuziehen, weil der Funke bei mir als Leser nicht übergesprungen ist. Das Graveyard Buch war für mich ok, aber nicht die Sahne. Daher will ich noch folgenden Tipp mitgeben:


Auch weltbekannte Autoren mit bekannten Werken, die in zig Sprachen übersetzt werden, polarisieren.

So wie man als Leser nicht jedes Buch gut finden kann, nur weil es auf den Bestsellerlisten steht, so muss man auch die andere Seite der Medaille betrachten. Sobald man sein Buch veröffentlicht hat, gibt es Raum für Kritik. Es wird Leser geben, die es lieben. Aber genau so wird es Leser geben, die es nicht mögen. So ist der Lauf der Dinge und nicht nur beim Essen gilt: Geschmäcker sind verschieden.




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