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Die unnahbare Ich-Perspektive - Good Girls Lie (J.T. Ellison)


Ein prestigeträchtiges Elite-Internat, eine Schülerin, die unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt und eine Fremde, von der niemand wirklich weiß, wer sie eigentlich ist - das sind die Zutaten des Internats-Thrillers Good Girls Lie von New York Times Besteller Autorin J.T. Ellison.


Die Goode School ist eine Mädchenschule, an der die Töchter der Reichen und Einflussreichen unterrichtet und auf die Ivy League Hochschulen vorbereitet werden. Ash kommt aus Oxford und wird als Stipendiatin auf dem Internat aufgenommen, nachdem ihre Eltern tragisch ums Leben gekommen sind. Sie versucht nicht aufzufallen - ein Vorhaben, das zum Scheitern verurteilt ist, insbesondere nachdem ihre Zimmernachbarin tot aufgefunden wird.

Wahrheit und Lüge der Ich-Erzählerin


Die Geschichte wird größtenteils aus der Perspektive von Ash erzählt, wobei schon im zweiten Kapitel erwähnt wird, dass ihre Wahrheit die Lüge einer anderen Person ist und deren Lüge ihre Wahrheit. Und tatsächlich wissen wir hier nicht so richtig, mit wem wir es zu tun haben, weil Ash uns nur wenig von sich verrät. Obwohl die Ich-Perspektive häufig als sehr nahbare Perspektive dargestellt wird, erfahren wir hier kaum etwas über die Protagonistin und können sie nie richtig greifen. Was zeigt: Die Ich-Perspektive kann, muss aber keine Nähe schaffen. Ein interessanter Ansatz.

Die eigenen Ansprüche überdenken - Ich bin keine erfahrene Bestseller-Autorin

Eine andere Sache, die mir dieses Buch wieder einmal vor Augen geführt hat, ist mein Anspruch an mich selbst. Ich dachte beim Lesen mehrmals: Das ist echt gut. Mein Versuch eines Romans reicht da lange nicht ran. Dann habe ich die Autorin gegoogelt. J.T. Ellison hat bereits mehr 25 Bücher geschrieben und ist New York Times Bestseller Autorin. Und als Debüt-Autorin, die an der Rohfassung ihres Romans sitzt, sollte ich mein Werk nicht mit dem 25. Buch einer Bestseller-Autorin vergleichen. Das ist weder mir selbst, noch der Geschichte gegenüber fair. Ich lerne noch. Und das ist gut so. Da ist Raum zum Wachsen. Und gute Bücher zu Lesen hilft dabei!

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