Lady Trent und ihre Drachen: Jede Idee kann neu gedacht werden

"Die Naturgeschichte der Drachen: Lady Trents Memoiren" von Marie Brennan zeigt, dass man auch für herkömmliche Ideen immer einen neuen Dreh findet.


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Lady Trents Memoiren: Die Naturgeschichte der Drachen

Wie sind Drachen eigentlich beschaffen? Was lehrt uns ihre Anatomie. Sind sie Einzelgänger oder Rudeltiere? Und sind die kleinen Funklinge wirklich Insekten oder gehören auch sie zur Gattung der Drachen?


Isabella ist schon seit Kindheitstagen fasziniert von Drachen. Damals weiß sie noch nicht, dass diese Kreaturen einmal ihr Leben maßgeblich bestimmen werden. Denn als Lady Trent wird sie zur bekanntesten und erfolgreichsten Drachenforscherin der Welt.


Lady Trent ist eine starke weibliche Protagonistin, die sich durch ihre Leidenschaft für Naturwissenschaften gegen die Konventionen ihrer Zeit stellt. Und obwohl sie als zurückhaltender Bücherwurm wahrlich nicht die geborene Draufgängerin ist, geht sie bereits mit 19 Jahren auf ihre erste Forschungsreise nach Vystrana, um die Drachen in ihrem natürlichen Habitat zu erleben.


High Fantasy oder Erzählroman?


Rein oberflächlich würde dieses Buch wohl dem Genre "High Fantasy" zugeordnet werden würde: Es ist schließlich eine völlig andere Welt, mit fremden Ländern und Nationalitäten und es gibt Drachen.

Doch der Stil erinnert eher an einen britischen Erzählroman des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts. Schließlich erinnern auch die Konventionen an diese Zeit.

Aber auch die gewählte Form einer fiktiven Autobiographie - natürlich in der Ich-Perspektive und mit teils direkter Ansprache an den Leser - gibt diesen Eindruck wider.


Auch werden Drachen zwar gefährlich und abenteuerlich beschrieben, doch das Mystische wird ihnen in diesem Buch fast völlig abgesprochen. Sie sind eine biologische Gattung und keine Fabelwesen. Damit erinnert das Buch an eine Art Medicus für Drachen - oder wie der Titel sagt: Eine Naturgeschichte.


Was können wir als angehende Autoren daraus lernen?


Wenn man denkt, alles wurde schon geschrieben, dann hat man leider Recht. Eine neue Idee zu finden, ist unwahrscheinlicher als einen weißen Kieselstein in einem Schneeberg. Und doch kann man als angehender Autor sich jede Idee zu eigen machen, in dem man sie völlig neu interpretiert.

Also lassen wir uns nicht entmutigen und schreiben unsere Version einer Idee. Denn diese Version ist einzigartig!



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