Rezension: 100 Bücher, die die Welt noch braucht

Aktualisiert: Okt 2

Eine kurzweilige, unterhaltsame Lektüre, die manchmal zu intellektuell daherkommt.


Das Buch 100 Bücher, die die Welt noch braucht von Sabine Maja Bremermann, Lars-Christopher Voigts und Hans-Christian Biller ist für unsere Kategorie "Was liest du gerade" mal ein ganz anderes Buch. Denn hier geht es weder um ein Sachbuch noch um einen Roman. Hier geht es nur um Buchideen. Pitches, wenn man so will. Eine Aneinanderreihung von Covern und Inhaltsangaben von Büchern, die es noch nicht gibt und von denen es viele wohl auch nie geben wird.


Das große Buch der Gegenargumente


Gleich zu Beginn startet das Buch mit Das große Lexikon der Gegenargumente. Ein zeitloses Beispiel, was für Bücher, die Welt wirklich brauchen könnte. Denn obwohl die Idee schon 2014 verfasst wurde, ist sie aktueller denn je. Hier ein Ausschnitt aus der beiliegenden Beschreibung.


"Die Erde ist ein Tetraeder, Löwen sind Geflügel und Zucker heilt Diabetes. Wie oft haben Sie sich bei solchen Behauptungen in Gedanken schon "Ja, aber" flüstern hören und dann doch nicht den Mund aufgemacht, weil das passende Gegenargument gefehlt hat? Diese Zeiten sind jetzt ein für alle Mal vorbei."

Interessante Ideen und Wortspiele


So gibt es einige lustige Ideen, wie Das große Buch der Ausreden" oder "Das wird der Winter des Jahres - Von der Kunst, wirklich alles optimistisch zu sehen". Andere Buchideen trumpfen vor allem mit ihren lustigen Titeln auf, auch wenn es an den Beschreibungen hinkt. Wie zum Beispiel "Ich heiße Luft, wie heißen Sie - Der Klimaknigge" oder "Nur Fliegen sind schöner - Der Plural von seiner unbekannten Seite". Herrlich gerade für Sprachverliebte!



Manchmal eine Spur zu viel


Teilweise lassen die Autoren jedoch ihre eigene Intelligenz raushängen. Wenn man in einem Buch über Fische von "Ichtyopoden" spricht, einen aus dem Nichts das Wort "Archaeopteryx" entgegenbringt oder wenn auf einmal von der "Petting statt Pershing-Generation" die Rede ist, geht schnell die Pointe verloren. Denn es macht keinen Spaß diese nicht gerade alltagstauglichen Begriffe erst googeln zu müssen, um darüber nachzudenken, ob sich das Schmunzeln in diesem Moment lohnt.

Dennoch ist das ganze Konstrukt des Buchs eine tolle Idee.


Warum ist dieses Buch interessant für angehende Autoren?

Es gibt mehrere Gründe, warum dieses Buch angehende Autoren interessieren sollte. Zum einen ist es eine Quelle der Inspiration. Frei nach der Drei-Stühle-Theorie von Walt Disney (Träumer, Kritiker und Realist), durfte hier der Träumer mal so richtig durchdrehen. Damit bekommt man eine gute Vorstellung davon, wie man selbst mit den Gedanken herumspielen kann.


Außerdem sieht man hier auf kleinem Raum wie man eine Buchidee kurz und prägnant zusammenfassen könnte. Es ist eine gute Übung für eigene Pitches.


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