• asw

Testleser:innen - Ein wertvoller Einblick in den Leseeindruck

Aktualisiert: Okt 4


Es ist geschafft! Das Wort „Ende“ steht unter dem Manuskript, alles ist überarbeitet, poliert und fertig für die Leserschaft. Und jetzt? Lektorat, Agentur, Verlag, Selfpublishing? Noch nicht ganz, ein wichtiger Schritt fehlt: Das Feedback der Testleser:innen.


Muss das sein?


Testleser:innen lesen das Manuskript vor der Veröffentlichung und geben wertvolles Feedback zum Roman: Ist die Handlung schlüssig? Sind die Figuren sympathisch? Gibt es Fragen die nicht geklärt werden? Details, die unverständlich sind? Erfüllt die Geschichte alle Erwartungen? Für diese Fragen haben wir als Autor:innen oft keinen Blick mehr, wir stecken viel zu tief drin und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Hier können Testleser:innen helfen. Sie ersetzen nicht den professionellen Blick eines Lektorats, können aber wertvolle Einblicke in den allgemeinen Leseeindruck geben.


Wann suche ich nach Testleser:innen?


Wann Testleser:innen eingesetzt werden hängt stark von den eigenen Präferenzen ab. Meist wird das Manuskript nach der Fertigstellung an Testleser:innen weitergegeben, um den Gesamteindruck des Buches zu beurteilen. Ob das vor oder nach dem Lektorat passiert, ist Geschmackssache. Wie gesagt, Testleser:innen ersetzen das Lektorat nicht, beide geben unabhängig voneinander wertvolles Feedback.



Es gibt auch Autor:innen, die schon während des Schreibprozesses mit Testleser:innen zusammenarbeiten und das Feedback Kapitel für Kapitel einholen. Das muss für beide Seiten passen. Kritik während des Schreibens kann verunsichern, aber auch einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Geschichte haben.

Die Unterscheidung zwischen Alpha- und Betalesern beschreibt die eben genannten Herangehensweisen: Alphaleser lesen während der Entstehung des Manuskripts, Betaleser nach Fertigstellung.


Worauf sollte ich bei der Suche nach Testleser:innen achten?


Gerade Feedback, dass man nicht hören will, ist leichter anzunehmen, wenn es von mehreren Personen unabhängig voneinander kommt. Deswegen lohnt es sich, mehr als eine:n Testleser:in zu haben. Häufig findet man die Empfehlung drei oder fünf verschiedene Stimmen zu Rate zu ziehen. Das hat einen guten Grund: Zu viele Testleser:innen können verwirren, zu wenige vermitteln nur ein sehr eingeschränktes Bild. Eine ungerade Anzahl sorgt dafür, dass es bei Unstimmigkeiten eine Mehrheit gibt.

Bei der Suche sollte man sich nicht auf Freunde und Familie fokussieren, sondern nach Personen suchen, die in der Lage sind, nicht nur „nett“ zu sein und alles in den Himmel zu loben. Das ist zwar schön und ein bisschen Bauchpinselei braucht das Künstlerherz manchmal, aber Ziel ist es ja das Manuskript besser zu machen, und dafür braucht es ehrliche und konstruktive Kritik.


Wo finde ich Testleser:innen?

Natürlich kann man erstmal im eigenen Umfeld schauen – Gibt es Bekannte von Bekannten, die das Genre gern lesen? Befreundete Autor:innen, mit denen man Schreibgruppen bilden und sich gegenseitig Feedback geben kann?


Natürlich bietet auch das Internet diverse Möglichkeiten, um an Testleser:innen zu kommen:

  • Facebookgruppen für Schreibende und gezielte Testleser:innensuche

  • Foren wie Wattpad oder Schreibnacht

  • Aufrufe auf Twitter oder Instagram unter dem Hashtag „Bookstagram“

Und wenn mir das Feedback nicht gefällt?


Oft heißt es dann: Zähne zusammenbeißen. Sicher lässt sich ein Zähneknirschen nicht unterdrücken, wenn eine Lieblingsstelle kritisiert oder ein Charakter missverstanden wird. Aber in den meisten Fällen profitiert das Manuskript, wenn man sich diese Stellen dann noch einmal ansieht. Es hilft auch, sich bewusst zu machen, dass nicht die eigene Person kritisiert wird, sondern das, was man geschrieben hat. Letztendlich sollte man aber auch das eigene Bauchgefühl nicht außen vorlassen, und nur das Feedback umsetzen, bei dem man guten Gewissens mitgehen kann.




10 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen